Ausstattung
Ein Damenrad ist erst dann straßentauglich, wenn die nach Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vorgeschriebene Ausstattung vorhanden und funktionstüchtig ist. Eine Übersicht über alle Komponenten.
StVZO-Pflichtausstattung
Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (§ 67 StVZO) schreibt für Fahrräder im öffentlichen Straßenverkehr vor:
- Zwei voneinander unabhängige Bremsen (vorn und hinten).
- Vorderlicht (weiß) und Rücklicht (rot) — fest montiert oder als batteriebetriebene Variante zulässig, sofern eine Prüfzeichen-K-Nummer vorhanden ist.
- Rückstrahler vorne (weiß) und hinten (rot, Klasse Z).
- Zwei gelbe Rückstrahler pro Pedal oder eine vergleichbare reflektierende Pedalfläche.
- Reflektierende Speichen oder Reifen (Reflexstreifen) — beidseitig pro Rad.
- Klingel, hell und ausreichend laut.
Beleuchtung: Nabendynamo vs. Akku-Lampe
Seit 2013 sind batteriebetriebene Leuchten mit StVZO-Zulassung erlaubt. Sie müssen ein eingegossenes K-Prüfzeichen tragen. Vorteil: kein Reibungsverlust beim Treten, montagefreundlich. Nachteil: müssen aufgeladen werden, Lebensdauer einer Akkulampe ca. 2–4 Jahre.
Nabendynamos (etwa Shimano DH-3N80, Schmidt SON) sind in das Vorderrad integriert. Bei modernen Modellen ist der Rollwiderstand bei Tageslicht (mit ausgeschaltetem Licht) kaum spürbar. Sie sind langlebig (15–20 Jahre) und bieten dauerhaftes Licht. Klassische Damenräder haben fast immer einen Nabendynamo.
Schaltung
Nabenschaltung
Bei der Nabenschaltung sind die Gänge in der Hinterradnabe untergebracht. Verbreitete Modelle: Shimano Nexus 3/7/8, SRAM i-Motion 3/9, Shimano Alfine 8/11, Rohloff Speedhub 14. Vorteile: weitgehend wartungsfrei, geschlossen gegen Schmutz, schaltbar im Stand, kompatibel mit voll umschlossenem Kettenkasten und mit Riemenantrieb. Nachteil: höheres Hinterradgewicht, weniger feine Gangabstufung, etwas höherer Anschaffungspreis.
Kettenschaltung
Bei der Kettenschaltung arbeiten ein Umwerfer vorn und ein Schaltwerk hinten zusammen. Üblich sind 7×3, 8×3 oder 9×2 Gänge. Vorteile: leicht, fein abgestufte Gänge, gute Bergtauglichkeit. Nachteile: muss regelmäßig gereinigt und nachjustiert werden, schaltbar nur in Bewegung, anfälliger bei Stürzen.
Bremsen
- Felgenbremse / V-Brake: klassische Außenzugbremse. Leicht, günstig, gut wartbar. Bremswirkung lässt bei Nässe nach.
- Trommelbremse: in der Nabe verbaut. Beim Hollandrad Standard. Witterungsunabhängig, langlebig (Lebensdauer 20 000 km+), aber etwas schwerer und schlechter dosierbar als V-Brakes.
- Rollenbremse (Roller Brake, Shimano): spezielle, ölgekühlte Bauform der Trommelbremse. Wenig wartungsbedürftig, gleichmäßige Bremskraft.
- Scheibenbremse: mechanisch oder hydraulisch. Vor allem an E-Damenrädern und sportlichen Trekkingrädern. Höchste Bremswirkung auch bei Nässe, aber teurer und aufwendiger zu reparieren.
Antrieb: Kette oder Riemen
Der klassische Kettenantrieb ist universell, günstig und überall reparierbar. Erfordert regelmäßige Pflege (Öl, Reinigung).
Der Riemenantrieb (Gates Carbon Drive) ersetzt die Kette durch einen Zahnriemen aus Carbon-verstärktem Polyurethan. Vorteile: praktisch wartungsfrei, sauber (keine Ölspuren an Hose), Lebensdauer 30 000–50 000 km. Nachteil: nur kompatibel mit Nabenschaltung und mit einem geteilten Rahmen, der den Riemen aufnehmen kann. Aufpreis 200–400 Euro.
Schutzbleche und Gepäckträger
Zur Vollausstattung gehören feste Schutzbleche aus Aluminium oder Kunststoff (etwa von SKS), die das Fahrrad und die Kleidung vor Spritzwasser schützen. Bei Damenrädern oft mit langem Hinterradschutz und Schmutzfänger.
Der Gepäckträger ist beim klassischen Damenrad meist nach MIK- oder Racktime-Standard ausgeführt, sodass Körbe und Taschen ohne Werkzeug aufgesetzt werden können. Traglast üblich: 25 kg (Standard), 27 kg (verstärkt für Kindersitz).
Sattel
Klassische Damenrad-Sättel sind breit (170–200 mm) und gepolstert. Renommierte Hersteller: Brooks (Ledersattel B17 oder B67), Selle Royal (Lookin Moderate, Lookin Relaxed), Ergon (ST-Linie). Wichtig ist die richtige Sitzknochenbreite — viele Hersteller bieten Messblätter an. Ein zu schmaler Sattel führt langfristig zu Beschwerden im Dammbereich.